Matthias Kaiser
21.05.2003

Im Westen nichts Neues

Erich Maria Remarques Anti-Kriegs-Roman thematisiert Schrecken und Sinnlosigkeit des Krieges. Die Rezeption von Buch und Verfilmung (1930) in der Weimarer Republik veranschaulicht die politische Zerrissenheit Deutschlands und nimmt das Schicksal von Kunst und Literatur in der sich ankündigenden NS-Diktatur vorweg.
 

"Es ist übrigens komisch, dass das Unglück der Welt oft von kleinen Leuten herrührt, sie sind viele energischer und unverträglicher als großgewachsene." Dieser Satz in Remarques Roman sollte sich wenige Jahre später auf fatale Weise bestätigen. Gründe für die unterschiedliche Rezeption von Buch und Film in der Weimarer Republik und für die extreme Reaktion der Nationalsozialisten auf beide Veröffentlichungen sollen anhand dieses Unterrichtsvorschlags von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet werden. Textgrundlage und filmische Umsetzung werden dabei durch das Internet als Informations- und Materialquelle ergänzt.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • textimmanente Anhaltspunkte für Remarques Einstellung gegenüber dem Krieg erkennen.
  • weiterführende Informationen zu den Verhältnissen an der Front im 1. Weltkrieg im Internet sammeln.
  • den Umgang mit dem Internet als Recherchemedium einüben und sich kritisch mit den gefundenen Informationen auseinandersetzen.
  • die Ursachen für die heftigen Kontroversen zur Kriegsthematik erschließen.
  • die Phasen der nationalsozialistischen Agitation gegen den Autor und seinen Roman skizzieren.
  • anhand dieser Vorgänge einige Grundzüge der NS-Kulturpolitik herausarbeiten (Bücherverbrennung, Publikationsverbot, Exil).

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaErich Maria Remarque - "Im Westen nichts Neues"
AutorMatthias Kaiser
ZielgruppeSekundarstufe II
FächerDeutsch
Dauer3 bis 4 Unterrichtsstunden
Medienein PC mit Internetzugang pro Kleingruppe, Videorekorder

Didaktisch-methodischer Kommentar

In literarischen Themenkomplexen des Deutschunterrichts steht in der Regel die Arbeit mit der jeweiligen Textgrundlage - einem konkreten Roman, Gedicht etc. - im Vordergrund. Der hier vorgestellte Unterrichtsvorschlag bietet eine Möglichkeit, diesen "klassischen" Rahmen zu erweitern - zum einen auf der thematischen Ebene, wenn es um die Einbeziehung der Rezeption geht, aber auch im Bereich der im Unterricht verwendeten Medien.

Informationen zum Autor

Matthias Kaiser ist Lehramtsstudent der Fächer Geschichte, Deutsch und Sozialwissenschaften an der Universität Bonn.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
    Hier können Sie Kontakt mit Herrn Kaiser aufnehmen. Zudem finden Sie hier eine Liste mit allen Lehrer-Online-Beiträgen des Autors.
 

Diese Unterrichtseinheit entstand im Rahmen des Exil-Clubs, der Lernumgebung mit Arbeitsplattform von Schulen ans Netz e.V., die den handlungsorientierten Umgang mit Inhalten zu Exil und Fremdsein unterstützt.

 
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