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Motivationsförderung und Beziehungspflege im digitalen Unterricht

Dossier

Die Unterrichtsforschung zeigt, dass Motivierung, Aktivierung und ein lernförderliches Unterrichtsklima zu den fächerübergreifenden Merkmalen guten Unterrichts zählen. Wie könnten diese Kriterien von Unterrichtsqualität , die in Verbindung stehen und sich häufig gegenseitig bedingen, im digitalen Unterricht erfüllt werden? Die Beziehungen zwischen Lehrkraft und Lernenden sowie zwischen den Lernenden spielen bezüglich der Unterrichtsatmosphäre und damit auch hinsichtlich des Lernerfolgs eine essenzielle Rolle. Die kognitive Aktivierung der Schülerinnen und Schüler unterstützt zudem nachhaltiges Lernen . Dabei kommt es beispielsweise auf ein hohes Maß aktiver Lernzeit und verbindlicher Regeln an, die es auch im Distanz-Unterricht umzusetzen gilt. Für den Aufbau eines lernförderlichen Unterrichtsklimas ist dabei ein klar strukturierter Unterricht wichtig. In Zeiten von Distanz-Lernen kommt der Struktur des Alltags mit Lern- und Pausenzeiten sowie abgestimmten Inhalten und Methoden eine besondere Bedeutung zu, damit die Lernzeit effektiv genutzt werden kann. Außerdem gilt es zu beachten, dass es auch, wenn alle Beteiligten vor ihren Bildschirmen sitzen, zu Störungen kommen kann, mit denen die Lehrkraft umgehen muss, sodass konzentriertes Arbeiten möglich ist. Unabdingbar zur Steigerung von Motivation und Lernbereitschaft ist weiterhin ein wertschätzender und respektvoller Umgang miteinander, sowohl seitens der Lehrkräfte gegenüber den Lernenden als auch zwischen den Schülerinnen und Schülern. Auch dies ist bei der Unterrichtsgestaltung im digitalen Rahmen zu berücksichtigen. Feedback, gegenseitige Unterstützung beim Lernen und das Schaffen beziehungsweise Pflegen von Kontakten gehören dazu. Materialien und Tipps rund um Beziehungspflege und Motivationsförderung für Ihren digitalen Unterricht In diesem Themendossier finden Sie viele hilfreiche Informationen und Tipps sowie konkrete Unterrichtsvorschläge, die Sie im digitalen Unterricht dabei unterstützen, die Motivation von Lernenden zu fördern und Beziehungen mit und in der Lerngruppe zu gestalten. Auf Lehrer-Online finden Sie außerdem interaktive Übungen für zahlreiche Fächer, welche Sie in Zeiten von Schulschließungen und Homeschooling in der konkreten Gestaltung Ihres Unterrichts und in diesem Zusammenhang in der Kommunikation mit Ihren Lernenden unterstützen. Informationen rund um das Thema E-Learning und der Arbeit mit Wochenplänen runden Ihre Vorbereitung ab. Darüber hinaus bietet unsere Mappen-Funktion Premium-Mitgliedern die Möglichkeit, sämtliche Inhalte von Lehrer-Online sowie Dateien aus dem eigenen Material-Fundus und Links zu Online-Angeboten gebündelt an einem Ort zu speichern und Schülerinnen und Schülern zur Verfügung zu stellen.

  • Fächerübergreifend
  • Lehrerbildung und Schulentwicklung

WebQuest "Digitaltechnik"

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Digitaltechnik eignen sich die Lernenden mit der handlungsorientierten Unterrichtsmethode WebQuest aktiv und ganzheitlich Wissen mithilfe der digitalen Medien an. Sie erhalten eine Aufgabenstellung zur Entwicklung einer digitalen Steuerung, die sie mithilfe authentischer Informationsquellen in Gruppen bearbeiten.In der Unterrichtseinheit "WebQuest 'Digitaltechnik'" beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines WebQuests mit dem Einsatz von digitalen Bauteilen in der Steuerungstechnik. Bevor sie aber die vorgesehene Gebläsesteuerung entwerfen können, müssen sie sich zuerst einmal mit den digitalen Grundschaltungen auseinandersetzen. Im Internet gibt es dazu zahlreiche Informationsquellen. Die Schülerinnen und Schüler lernen Möglichkeiten kennen, wie man derartige Schaltungen entwerfen, gegebenenfalls vereinfachen und simulieren kann. Konzeption In der Beruflichen Bildung sind Lehr-Lern-Arrangements gefragt, die sich an "vollständigen Handlungen" orientieren, autonome Lernstrategien zulassen und gleichzeitig die Motivation der Lernenden fördern. Dementsprechend gab es zwei Hauptmotive für die Entwicklung dieses WebQuests: Zum einen ging es darum, durch ein bei Jugendlichen positiv besetztes Medium (= Internet) ein motivierendes Lehr-Lernarrangement zu schaffen, das sie auf den Weg zum selbstorganisierten Lernen bringt. Zum anderen wurde nach einer E-Learning-Variante gesucht, die kooperatives Lernen in der Gruppe ermöglicht und gleichzeitig die zahlreichen Chancen neuer Medien nutzt. Nach den gemachten Erfahrungen erfüllt das vorgestellte WebQuest diese Bedingungen. Durchführung Der Ablauf der Lernsituation ergibt sich aus der Bearbeitung der WebQuest-Struktur, beginnend bei der Vorstellung des Themas bis zur Präsentation. Insgesamt umfasst die Lernsituation etwa 14 bis 16 Unterrichtsstunden, wobei für einen Arbeitsschritt jeweils etwa drei bis vier Stunden einzuplanen sind. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entwerfen eine Gebläsesteuerung, überprüfen die Funktion mithilfe von Simulationssoftware und nehmen sie in Betrieb. dokumentieren ihre Lösungen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten ziel- und ergebnisorientiert, indem sie relevante Informationen aus dem Internet oder anderen Quellen zur Bearbeitung der WebQuest-Aufgabe heranziehen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler organisieren die Zusammenarbeit in ihrem Team. Dabei setzen sie sich rational und verantwortungsbewusst mit anderen Menschen auseinander.

  • Elektrotechnik
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II

eTwinning: Podcasting mit Partnerklassen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtsreihe sollen Partnerklassen eigene französische Podcasts erstellen und sich darin mündlich über für sie relevante Themen austauschen. Damit werden Hör- und Sprachkompetenzen sowie der Umgang mit zielsprachigen Dokumenten nachhaltig gefördert. Die Arbeit mit Podcasts steigert die Motivation nicht nur aufgrund der Einbindung der digitalen Medien in den Unterricht. Die Individualisierung der Unterrichtsinhalte lässt vielmehr jedem Schüler und jeder Schülerin die Möglichkeit, die eigenen Themen - von Mode über Musik bis zur Schule - zu bearbeiten. Letztlich verringert das hör- und sprechbasierte Medium des Podcastings die Angst vor Fehlern: Die Audiodateien können nicht rot unterstrichen werden. Die Individualisierung der Inhalte und deren kreative Umsetzung lassen Jugendliche mit der Sprache spielerisch umgehen. Die Lernenden erhalten in dieser Einheit konkrete Arbeitsaufträge, die ihnen dennoch die Freiheit lassen, eigene Ideen einzubringen. Die Idee des Lernens durch Lehren wird an verschiedenen Stellen verfolgt. Selbstständiges Arbeiten, die Organisation im Team und arbeitsteiliges Vorgehen stehen im Vordergrund. Reflexionen zur Podcast-Produktion im Unterricht Podcasting in den Unterricht zu integrieren, kann dabei helfen, verschiedene Ziele motivationsfördernd zu erreichen. Plattform für die Zusammenarbeit Eine Möglichkeit der Online-Zusammenarbeit der Partnerklassen ist die Nutzung des TwinSpace, der Arbeitsplattform der Aktion eTwinning. Ablauf der Unterrichtseinheit Wie eine Unterrichtseinheit, in der gemeinsam mit der Partnerschule Podcasts erstellt werden, aussehen kann, lesen Sie hier. Fremdsprachenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Kompetenzen in der zielsprachigen Textkonzeption erweitern. die Sprach- und Hörkompetenz ausbauen. kulturelle Differenzen kennen und lernen ihnen zu begegnen. Medienkompetenz und Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die kreative, selbst gesteuerte Umsetzung eigener Ideen erproben. sich Kenntnisse und Fertigkeiten hinsichtlich des Mediums Podcast aneignen und diese nutzen. ihr Wissen um die Produktionsbedingungen und Wirkungsweisen von Medien vergrößern. ihre Recherchefähigkeit erproben und erweitern. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Teamfähigkeit ausbauen. die interkulturelle Begegnung erleben. Thema Podcasting mit Partnerklassen - ein Beispiel für den Französischunterricht Autor Felix G. Lund Fach Französisch, adaptierbar für Deutsch, alle Fremdsprachen Zielgruppe realisierbar ab Klasse 5 Referenzniveau ab Referenzniveau A - Elementare Sprachverwendung Zeitraum eine Projektwoche oder schul-(halb-)jahrsbegleitend Technische Voraussetzungen Hardware: PC mit Soundkarte und Headset; Software: Audacity, www.podspot.de, iTunes oder andere Planung Verlaufsplan "Podcasting mit Partnerklassen" der Sequenz Audio-Dateien nutzen Podcasting kann auch als Internetradio bezeichnet werden, denn hier werden via Internet regelmäßig Audio- oder Videodateien angeboten. Diese können mittels einer Software abonniert und auf den Computer oder mobile Geräte geladen werden. Wer über einen Internetzugang verfügt, kann Podcasts zu bestimmten Themen abonnieren. Audio-Dateien selbst erstellen Zudem sind technisch alle Internetnutzer in der Lage, eigene Ideen in Form dieser regelmäßig aktualisierten Audiodateien zu produzieren. Damit erweitert Podcasting den Bereich der neuen Medien um ein weiteres Modul, das für internationale und interkulturelle Begegnungen genutzt werden kann. Selbstverantwortung und Motivation Die Konzentration des Lehr-Lernprozesses auf die Form und die Methodenkompetenz lässt den Schülerinnen und Schülern großen Gestaltungsfreiraum. Damit werden die Motivation gesteigert und die Verbindlichkeit erhöht: Die Lernenden sind für die Arbeitsergebnisse verantwortlich. Die Motivation wird noch weiter erhöht, wenn die besten Beiträge gekürt und auf der Schulhomepage öffentlich zugänglich gemacht werden. Individuelle Förderung Das multiperspektivische Projekt kommt sowohl den technisch versierten als auch den schreib- und sprachbegabten Schülerinnen und Schüler entgegen und fördert die individuellen Fähigkeiten jedes und jeder einzelnen. Der Idee des kooperativen Lernens folgend können kleine Expertengruppen als Ansprechpartner für methodische, technische oder inhaltliche Probleme gebildet werden, die die Mitschülerinnen und Mitschüler beraten und ihnen weiterhelfen. Die Vermittlungsleistung wird von dem oder der Lehrenden auf die Schülerinnen und Schüler verteilt, und die störende Wissenshierarchie wird so relativiert. Die Weiche für neue Unterrichtsformen stellen Ein Podcasting-Projekt ist in jedem Lernjahr und in jeder Altersstufe umsetzbar. Je früher die Schülerinnen und Schüler an die Arbeit mit virtuellen Plattformen herangeführt werden, desto selbstverständlicher und unkomplizierter werden computergestützte Unterrichtsformen. Erfahrungen zeigen, dass gerade die jüngeren Lernenden diszipliniert und sorgfältig mit virtuellen Arbeitsumgebungen umgehen können. eTwinning - Schulpartnerschaften in Europa eTwinning ist eine Aktion des EU-eLearning-Programms und fördert europäische Schulpartnerschaften, die über das Internet geknüpft werden. Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen, -fächer und Jahrgangsstufen können sich mit ihren Klassen beteiligen. Auf der einfach zu bedienenden virtuellen Arbeitsplattform "TwinSpace" können Partnerschulen per E-Mail, Chat, Forum, Kalender, Klassenhomepage und Dateiaustausch in 22 Sprachen miteinander arbeiten. Die Arbeitsplattform "TwinSpace" Wenn Sie sich mit Ihrer Schule bei eTwinning anmelden, können Sie im TwinSpace vielfältige kostenfreie Angebote nutzen. Anlegen der Schüleraccounts im TwinSpace Vor dem Einweisen in den kennwortgeschützen Twinspace hat die Lehrkraft Schüleraccounts einzurichten, wozu konkrete Angabe der Schülerdaten vorher abgefragt werden müssen. Diese Liste können Sie nutzen, um bei den Lernenden die notwendigen Daten einzusammeln. Bei der etwas mühseligen Arbeit des Einrichtens der Accounts können einige Schülerinnen und Schüler Ihnen sicher helfen. Die Projektarbeit beginnt mit einer einmaligen Einstiegsphase, an die sich zyklisch die Durchführungs-, Präsentations- und Evaluationsphasen anschließen. Die zeitlichen Abläufe sind individuell zu steuern, da das Podcasting-Projekt sich sowohl für die Zeit einer Projektwoche als auch für die Dauer eines Schuljahres eignet. Bei langfristigen Projekten ist es ratsam, eine feste Projektstunde pro Woche einzuplanen, in der "Redaktionssitzungen" durchgeführt werden. Einstieg In der Einstiegsphase wird die Idee anhand eingängiger fachspezifischer Podcasts vorgestellt. Für das Fach Französisch lässt sich beispielsweise der Podcast "Français facile" verwenden. In dieser Phase begegnen die Schülerinnen und Schüler begleitet den Möglichkeiten der Podcast-Rezeption. Bevor sich die Redaktionsteams bilden und Ideen austauschen, sollte das Konzept des Internetradios vor dem Hintergrund informations- und medientheoretischer Fragen diskutiert werden: Welche Art der Informationsvermittlung und -verarbeitung liegt hier vor? Wo gibt es Grenzen medialer Informationsverbreitung? Was macht eine vertrauenswürdige Information aus? Einbindung der Partnerschule Wenn diese Partnerschul-Kooperation im Fremdsprachenunterricht realisiert wird, diskutieren die Lernenden in der Zielsprache. Natürlich kann dies auch in einem Internet-Forum geschehen. So können die Jugendlichen aus dem Zielland schon in dieser Phase eingebunden werden. Themenfindung In Kleingruppen werden die Themen erarbeitet. Die Lehrkraft kann einige Themenbereiche (wie Musik, Filme, Bücher, Mode, Tagesgeschehen) vorschlagen, wenngleich die Schülerinnen und Schüler vermutlich am liebsten selbst Themen benennen. Den Teammitgliedern werden zwecks effektiver und nachhaltiger Arbeitsweise Rollen zugewiesen, gemäß der Methode "Nummerierte Köpfe". Diese Rollen können sein: Referent, präsentiert die Arbeitsergebnisse Zeitwächter, achtet auf die Einhaltung (selbst gesetzter) Fristen Motivationswächter, liefert immer neue Impulse Materialreferent, recherchiert und sortiert Einführung in die Software Vor dem Start der Arbeit am Audio-Beitrag lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit einer Audio-Bearbeitungssoftware, etwa Audacity, kennen. Dies kann in einer kurzen eingeschobenen Sequenz des Ausprobierens in Zweierteams am Computer passieren, die von der Lehrkraft oder einem Schüler beziehungsweise einer Schülerin moderiert wird. Audacity als Download Audacity ist ein einfach zu bedienendes, kostenloses Programm zur Audiobearbeitung, das nur wenig Platz auf der Festplatte benötigt. Lernende schulen Lernende Anschließend werden die Schülerinnen und Schüler mit der Unterstützung von computerversierten Lernenden in den TwinSpace und die Podcast-Software (iTunes, www.ipodder.de, www.podspot.de), mit der sie die Beiträge abonnieren und hören können, eingewiesen. Wenn alle Gruppenmitglieder wissen, wo sie ihre fertigen Beiträge ablegen und wie sie sie hören können, beginnt die konkrete Gruppenarbeit am Audio-Beitrag. Inhaltliche Arbeit In den Gruppen wird dann die inhaltliche und formale Ausgestaltung der einzelnen Episoden, also der einzelnen Audio-Beiträge, besprochen (mögliche Methoden: 3-Schritte-Interview, Platzdeckchen, D-A-B). Von der Teamsitzung zum fertigen Beitrag Die Bearbeitungsphase beginnt mit einer Teamsitzung im Klassenverband, in der jede Gruppe ihren Arbeitsprozess und ihr Arbeitsziel für die aktuelle Stunde vorstellt. Am Ende der Stunde werden die Arbeitsergebnisse präsentiert. Sollte das selbst gesetzte Ziel nicht erreicht sein, geben sich die Schülerinnen und Schüler selbst Aufgaben, die bis zur nächsten Sitzung erledigt werden müssen. Mehrere Episoden pro Team - regelmäßig aktualisierter Podcast Die Bearbeitungs-, Präsentations- und Evaluationsphasen bauen zyklisch aufeinander auf. Da nicht nur ein Beitrag pro Redaktionsteam produziert werden, sondern sich eine regelmäßige, das Halbjahr oder Schuljahr begleitende Projektarbeit einstellen soll, schließen sich an die Evaluationsphasen wieder neue Bearbeitungsphasen an. Die fertigen Podcast-Episoden werden von der Lehrkraft oder versierten Schülerinnen und Schülern regelmäßig in den Webspace hochgeladen. Loudblog: Mediablogging und Podcasting Loudblog ist eine Software, die aus hochgeladenen Audio-Dateien ganz einfach einen Podcast macht. Verschiedene Ebenen der Zusammenarbeit Je nach Internetaffinität der Lehrenden der Partnerschule und nach der inhaltlichen Ausrichtung der Partnerschaft bieten sich verschiedene Kooperationsmöglichkeiten an: Partnerschule gibt Feedback Die Podcasts der Zielsprachenlernenden können von den Muttersprachlern korrigiert oder kommentiert werden. Partnerschule erstellt Podcasts Werden auch von der Partnerschule Podcasts erstellt, können diese im Wechsel mit den eigenen angeboten und in die Schulhomepage eingebunden werden. Partnerschule nutzt Podcasts Erstellen die deutschen Lernenden Podcasts, in denen landes- oder kulturtypische Themen behandelt werden, können die Lernenden der Partnerschule diese für interkulturelle Fragestellungen nutzen. Partnerschule gibt thematische Anregungen Wie lange habt ihr Schule? Wann macht ihr Hausaufgaben? Solche und ähnliche Fragen könne von der Partnerschule kommen und die deutschen Lernenden zu neuen Themen für ihre Episoden anregen. Kommunikation mit der Partnerschule Die Kommunikation mit den Lernenden der Partnerschule findet am besten im Forum der genutzen Lernplattform, hier dem TwinSpace, statt. Aber auch bilaterale E-Mail-Austausche zwischen einzelnen Lerngruppen sind möglich.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Fachartikel

In diesem Fachartikel zum Thema Motivation zum Lernen in der Schule oder auch zu Hause geht es um kurze Übungen ohne fachliche Zielsetzungen, mit denen Lehrkräfte und Eltern die Lernbereitschaft und Konzentration der Kinder und Jugendlichen fördern oder einfach mal im Einstieg in den Unterricht für gute Laune sorgen können. "Eltern sind keine Ersatzlehrer." Das sagt der Pädagoge Klaus Zierer in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung zum Lernen zu Hause während der Schulschließungen in der Corona-Krise. Er verweist darauf, dass Eltern, die die Hausaufgaben ihrer Kinder begleiten, "in der Regel weder fachlich, pädagogisch und didaktisch ausgebildet" sind, noch "die Autorität [haben], um ein Ersatz für die Schule zu sein." Nicht nur durch das verordnete Homeschooling, sondern auch grundsätzlich durch die zunehmende Bedeutung des digitalen Lernens kommt es dazu, dass Kinder und Jugendliche der Grundschule sowie der Sekundarstufe den Großteil ihrer Zeit vor PC, Tablet oder Smartphone verbringen, um Lerninhalte eigenverantwortlich zu erarbeiten, zu sichern und zu wiederholen. Motivation für das Lernen zu Hause Inhaltliche Angebote zum Selbstlernen zu Hause gibt es viele: Von den Aufgaben im Schulbuch über digitale und analoge Arbeitsblätter, unterschiedliche Learning-Apps, Web-Tutorials und Webinare ist alles dabei. Eine differenzierte Auswahl an Ideen und Materialien finden Sie beispielsweise in der Sammlung E-Learning zu Hause . Um dieses Angebot nun sinnvoll nutzen zu können, brauchen Schülerinnen und Schüler nicht nur einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz zu Hause, sondern auch Austausch mit anderen und eine Reihe von Strategien zur Motivation . Der "Remote-Unterricht", die Hausaufgaben sowie das Lernen für den Test oder die Klassenarbeiten führen bei den Schülerinnen und Schülern ebenso wie bei ihren Eltern mitunter zu Frust. Auch wenn Mütter und Väter nicht die Rolle von Ersatzlehrkräften spielen sollen, können sie sich doch von den Lehrerinnen und Lehrern einiges abschauen. Was hilft, wenn die Schülerinnen und Schüler im Unterricht nicht in die Gänge kommen? Im besten Fall stellt man erst einmal Lernbereitschaft her. Mit diesen kreativen "Einstiegen vor dem Einstieg" kann dies in der Schule genauso gelingen wie zu Hause: Minuten-Übungen eröffnen das Lernen Die folgenden Minuten-Übungen (Wecker stellen!) sind auf den ersten Blick ziemlich sinnfrei. Gerade deshalb sind sie aber ein probates Mittel, den Kopf erst einmal frei zu bekommen und damit für das Lernen zu öffnen. Die Übungen helfen bei der Konzentration, lassen sich auch zu Hause praktizieren und helfen Kindern und Eltern, einen Übergang ins Lernen und Arbeiten zu schaffen. Die Lach-Minute: Eine Minute lang lachen bietet sich insbesondere an, wenn man eh schon albern und lustig ist. Lachen belebt den ganzen Körper, entspannt die Stimme und lockert die Gesichtsmuskeln. Auch gegen schlechte Stimmung wegen des Kontaktverbots kann man gut anlachen. Wenn jeder seine „Lache“ beisteuert, entsteht ein munteres Lachkonzert. Die Gähn-Minute: Sie hilft nach einer anstrengenden Arbeitsphase. Gähnen Sie einmal so richtig frei nach Herzenslust! Die Brumm-Minute: Brummen gehört zum Repertoire von Logopäden und Chorleitern. Jeder brummt in seinem persönlichen Atemrhythmus ein "mmm", eine Minute lang. Die Summ-Minute: Auch Summen wie die Bienen tut der Stimme gut. Und die wird hoffentlich bald im normalen Schulunterricht wieder voll im Einsatz sein. Die Seufz- und Stöhn-Minute: Sie wirkt wohltuend auf Körper, Geist und Seele. Seufzen und stöhnen Sie gemeinsam gegen Frust an. Die Schweige - Minute: Auch in der Schule und daheim kann es mal hoch hergehen. Eine Minute ganz bewusst schweigen beruhigt und besänftigt die Gemüter. Die Klatsch-Minute: Sie kann ganz unterschiedlich gestaltet werden. Klatschen Sie eine Minute lang in die Hände, als Applaus für Personen oder Personengruppen, denen Sie im Moment besonders dankbar sind. Sie können aber auch für sich selbst klatschen! Oder Sie klatschen den Körper ab, von unten nach oben. Das wärmt durch und macht wach. Die Pantomime-Minute: Damit bringen Sie Stimmung in das Klassenzimmer oder nach Hause! Jeder spielt pantomimisch eine Minute lang auf einem Instrument, das nur in seiner Fantasie da ist: Geige, Flöte, Querflöte, Klavier, Gitarre, Trompete, Trommel, Schlagzeug, alles ist erlaubt. Ein Ohrenschmaus wird dieses Konzert nicht, aber bestimmt ein erheiterndes Spektakel. Danach gehen alle gerne an ihren Schreibtisch. Viel Erfolg beim Ausprobieren und gemeinsamen Lernen!

  • Fächerübergreifend

Online-Kurs: Cyber-Sicherheit

Unterrichtseinheit

Der Online-Kurs "Cyber-Sicherheit (Cybersecurity Essentials)" vermittelt Schülerinnen und Schülern erweitertes Grundlagenwissen und wesentliche Fertigkeiten für alle relevanten Sicherheitsbereiche der Cyber-Welt. Neben den aktuellen Angriffsmethoden werden insbesondere Schutzmaßnahmen für alle physikalischen Zustände von Daten vermittelt und fachliche sowie persönliche Anforderungsprofile und Karrieremöglichkeiten von Cyber-Experten vorgestellt. Mit der fortschreitenden Digitalisierung nimmt auch die Vernetzung aller Lebens- und Arbeitsbereiche stetig zu. Durch das Internet der Dinge werden immer mehr Geräte miteinander vernetzt, Prozesse gesteuert und immer größere Datenmengen generiert. Für Cyber-Kriminelle ergeben sich hierdurch neue, lukrative Betätigungsfelder. Längst geht es nicht mehr nur um den Diebstahl personenbezogener oder unternehmensspezifischer Daten. Immer häufiger werden Infrastrukturen und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung ganzer Länder Ziel von Cyber-Angriffen. Der Online-Kurs "Cyber-Sicherheit (Cybersecurity Essentials)" vertieft die Inhalte des Kurses Einführung in die Internetsicherheit . Die Lernenden beschäftigen sich mit Aspekten der Informations-, System-, Netzwerk- und mobilen Sicherheit. Ebenso werden der physische Schutz von Geräten und Gebäuden sowie der ethische und gesetzliche Rahmen thematisiert. Weiterhin erarbeiten die Schülerinnen und Schüler wichtige Verteidigungs- und Abschwächungstechniken beim Schutz von Unternehmen und gewinnen Einblicke in die Anforderungen und Tätigkeitsfelder von Cyber-Sicherheitsexperten. Im Online-Kurs kommen neben Videos auch viele interaktive Übungen, Simulationen und Praxis-Labore zum Einsatz. Quizze am Ende jeden Kapitels vertiefen das Gelernte. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat. Die acht Module des Kurses unterstützen insbesondere folgende Kompetenzbereiche des Strategiepapiers "Bildung in der digitalen Welt" der Kultusministerkonferenz vom Dezember 2016 : 4. Schützen und sicher Agieren 6. Analysieren und Reflektieren Je nach Vorkenntnissen und Lerngeschwindigkeit der Schülerinnen und Schüler benötigt der Gesamtkurs eine Bearbeitungszeit von circa 30 Unterrichtsstunden. In einem Blended-Learning-Konzept sollten davon mindestens zwölf Stunden als Präsenzunterricht stattfinden. Videos und Übungen vertiefen das Gelernte und halten die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer interessiert. Quizze und ein Abschlusstest überprüfen das Verständnis des Gelernten. Den Kursteilnehmenden kann nach erfolgreichem Abschluss des Kurses von der Lehrkraft ein Teilnahmezertifikat ausgestellt werden. Der Kurs "Cyber-Sicherheit (Cybersecurity Essentials)" steht in Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen zur Verfügung. Im Kurs kann durch einfaches Klicken eines Menüpunktes die Sprache gewechselt werden, sodass der Kurs sich auch für nicht-deutschsprachige Schülerinnen und Schüler oder in der Fremdsprachenausbildung einsetzen lässt. Die Bereitstellung des Kurses erfolgt über die internetbasierte Lernumgebung Cisco NetSpace® ( www.netacad.com ) und setzt dort einen Account voraus. Nach Registrierung können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von jedem internetfähigen Computer aus anmelden und den Kurs absolvieren. Eine Verbindung der Lernorte Schule und Zuhause ist dadurch möglich. Zusatzinformationen Lehrkräfte, die Kurse der Cisco Networking Academy im Unterricht einsetzen möchten, erhalten einen Instruktorenzugang auf der Lernplattform. Dieser ermöglicht unter anderem die inhaltliche Konfiguration des Kurses sowie das Einbinden eigener Inhalte. Außerdem kann der Lernfortschritt der Kursteilnehmenden zu jedem Zeitpunkt eingesehen und bewertet werden. Lehrkräfte erhalten Zugang zur Lernplattform über zwei mögliche Wege: Gründung einer eigenen Cisco Networking Academy an Ihrer Schule. Nutzung eines Instruktoren-Accounts über die Deutschland-Akademie des IT-Bildungsnetz e. V.: Für nähere Informationen senden Sie bitte eine E-Mail an netacad-deutschland@cisco.com . Auf Wunsch bietet das Team der Cisco Networking Academy eine ebenfalls kostenlose Einweisung in die vielseitigen Möglichkeiten der Lernplattform an. Nähere Informationen hierzu finden Sie im nachfolgend angefügten PDF-Dokument "Workshop: Nutzung der Kurse im Unterricht". Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen, die Merkmale und Motivationen von Cyber-Kriminellen und Cybersecurity-Experten zu beschreiben. lernen, wie man Cyber-Angriffe und Symptome einer Penetration erkennt und Gegenmaßnahmen einleitet. beschreiben die Grundsätze der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit für die unterschiedlichen Zustände von Daten und lernen die verschiedenen Arten zum Schutz von Daten kennen. erwerben wesentliche Kenntnisse in den Bereichen Cyber-Sicherheit, Informationssicherheit, Anwendungssicherheit, Host- und Systemsicherheit, Netzwerksicherheit, mobile Sicherheit, Sicherheitsgesetze, Ethik und Sicherheitsrichtlinien. erläutern, wie Cybersecurity-Profis Technologien, Prozesse und Verfahren zur Verteidigung aller Komponenten des Netzwerks nutzen. legen den Zusammenhang zwischen Cyber-Sicherheit und dem Zweck von Gesetzen dar. lernen die beruflichen Anforderungen und Möglichkeiten von Cyber-Sicherheitsexperten kennen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Arten von Daten es gibt und in welchen physikalischen Zuständen sich diese befinden können. lernen die Bedeutung von Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten kennen. benennen und verstehen die gängigen Methoden von Internetkriminellen. lernen, mit welchen Methoden man Daten erfolgreich sichert und schützt. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen, die Tragweite heutiger Cyber-Angriffe auf Personen, Unternehmen, Länder und Regierungen einzuschätzen. lernen den verantwortungsbewussten Umgang mit sensiblen Daten. hinterfragen Informationsquellen im Internet kritisch.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.
  • Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Erwachsenenbildung

Keplers Traum von der Reise zum Mond

Unterrichtseinheit

Über Leben auf dem Mond wurde bereits in der Antike spekuliert. Als Begründer der Science-Fiction-Literatur gilt jedoch Johannes Kepler (1571-1630), der in seinem Werk "Somnium" eine fiktive Reise zum Mond schildert.Der berühmte Astronom beschreibt im ?Somnium? eine phantastische Reise zum Mond. In dem kurzen Text verbindet er sowohl Mythen als auch wissenschaftliche Erkenntnisse seiner Zeit. Für den Deutschunterricht bietet diese Mischung aus Fiktion und Wirklichkeit reizvolle Zugänge zu Textbetrachtung und Sprachlehre, aber auch zu der faszinierenden Naturwissenschaft der Astronomie. Durch Internetrecherchen, Arbeits- und Informationsblätter gewinnen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in Keplers Leben und sein "Somnium", untersuchen die Frage, was für Anforderungen eine Reise zum Mond an Astronauten stellt und beschäftigen sich mit Vorstellungen zur Geographie des Mondes und zu "Mondbewohnern". Die vorgestellten Unterrichtsvorschläge zu Keplers "Somnium" können sowohl im Zusammenhang als auch als Einzelbausteine eingesetzt werden. Kepler und der Beginn neuzeitlicher Astronomie Vor 400 Jahren, im Jahre 1609, hat Galileo Galilei (1564-1642) erstmals ein Teleskop für astronomische Beobachtungen genutzt. 1609 gilt daher als der Beginn der neuzeitlichen Astronomie. Aufgrund des historischen Jubiläums hat die UN-Generalversammlung 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt. Auch ein Johannes Kepler Jubiläum ist in diesem Jahr zu begehen: Vor 400 legte er mit seinem Werk "Astronomia Nova" die Grundlagen zum Verständnis der Bewegung der Himmelskörper. Kepler fächerübergreifend Das Thema Kepler bietet sich für eine fächerübergreifende Herangehensweise an. Die Auseinandersetzung mit dem "Somnium" kann mit der Behandlung der Himmelsmechanik (Physik oder Mathematik, siehe Marsschleifen ? die Entdeckung der Himmelsmechanik ) und im Geschichtsunterricht mit der Untersuchung seiner Lebensumstände verbunden werden (Dreißigjähriger Krieg, Hexenverbrennung, siehe Johannes Kepler und seine Zeit ). Der hier vorgestellte fünfte und sechste Baustein zum "Somnium" (Jakobs Traum, Biblisches und altägyptisches Weltbild) sind fachübergreifende Ergänzungen mit Bezug zur Religionslehre. Wenn Sie Zugang zu einem Teleskop (Volks- oder Schulsternwarte) haben, sollten Sie ihren Schülerinnen und Schülern auch einen Blick durch modernes Gerät auf die Mondoberfläche ermöglichen - als schöne Abrundung der Beschäftigung mit Keplers Traum vom Mond. 1. Einführung in Keplers "Traum" Diese Stunde führt in den Text "Somnium" ein: Autor, Entstehungszeit, Textart und Aufbau der Erzählung werden erläutert. 2. Reisende oder Astronauten? In dieser Stunde geht es darum, wie man sich zu Keplers Zeit mögliche Reisen zum Mond vorstellte, und wie - im Vergleich dazu - echte Astronauten ausgestattet sein müssen. 3. Die Geographie des Mondes nach Kepler Kepler kommt in seinem Traum zu Ergebnissen, die in ihrem Kern auch heute noch akzeptabel sind, wenngleich er sie in phantastische Zusammenhänge einkleidet. 4. Keplers Mondbewohner Die Möglichkeit eines bewohnten Mondes hat die Menschen schon vor langer Zeit beschäftigt und sich in verschiedenen Darstellungsformen niedergeschlagen. 5. Jakobs Traum Die Schülerinnen und Schüler vergleichen Jakobs Traum von der Himmelsleiter mit Keplers "Somnium" unter Berücksichtigung der Entstehung und der Aussageabsicht der Autoren. 6. Biblisches und altägyptisches Weltbild Die Beschäftigung mit unterschiedlichen Weltbildern offenbart die Entwicklung von der Vorstellung eines belebten Himmels zu einem unbelebten Weltraum. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Überblick über die Biografie Johannes Keplers gewinnen. die Textart von Johannes Keplers "Somnium" bestimmen können. Stilmerkmale einer Phantasiegeschichte in Keplers "Somnium" erkennen. Einblick in Bedingungen und Anforderungen an das Reisen zu Keplers Zeit erhalten. zum kritischen Vergleich historischer Vorstellungen moderner Praxis von der Raumfahrt befähigt werden. eine kleine Auswahl astronomischer Fachbegriffe kennen lernen. verständliche Definitionen neuer Begriffe formulieren können. Einblick in verschiedene Mythen von einer Belebung des Mondes erhalten. wissenschaftlich-logische Schlussfolgerungen Keplers, ironische Übertreibungen und heute bekannte Tatsachen über sogenannte Mondbewohner unterscheiden lernen. die Fähigkeit zur Deutung von Traumsymbolen an zwei Beispielen erwerben. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem antiken (biblischen, altägyptischen) und modernen Weltbild Keplers benennen können. Thema Keplers Traum von der Reise zum Mond Autor Günther Neumann Fach Deutsch, fachübergreifende Ergänzungen mit Bezug zur Religionslehre Zielgruppe ab Klasse 8 Zeitraum 1 Stunde pro Einzelbaustein Technische Voraussetzungen Computer mit Internetanschluss in ausreichender Anzahl (1-2 Personen pro Rechner) Für die Bereitstellung eines Scans des Buches "Keplers Traum vom Mond" von Ludwig Günther (Leipzig 1898) bedanken wir uns bei Herrn Dr. Daniel A. Di Liscia von der Kepler-Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Motivation Zum Einstieg in die Thematik wird ein Portrait Keplers gezeigt. Dazu bietet sich das Kepler-Portrait aus dem Wikimedia Commons Medienarchiv an. Hinzuweisen ist auf die Instrumente, die Kepler auf der Darstellung in der Hand hält. Besonders der Zirkel lässt Rückschlüsse auf seine berufliche Tätigkeit zu. Kepler-Porträt Portrait aus dem Wikimedia Commons Medienarchiv Problematisierung An die Betrachtung des Portraits schließt sich die Frage an: "Mathematiker und Astronom oder Dichter?" Dem wird durch eine kurze Internet-Recherche (zum Beispiel auf der Website Wikipedia) nachgegangen. Neben Keplers Lebensdaten werden vor allem die Titel seiner Werke untersucht. Sind das wissenschaftliche oder belletristische Werke? Die Lernenden tragen ihre Rechercheergebnisse vor (Tafelanschrift oder alternativ Dokumentation mithilfe eines Textverarbeitungsprogramms). Folgende Informationen sollten gefunden werden: Friedrich Johannes Kepler Geboren am 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt Verstorben am 15. November 1630 in Regensburg Naturphilosoph, Theologe, Mathematiker, Astronom, Astrologe und Optiker Werke Mysterium Cosmographicum Harmonice Mundi Dioptrice Tabulae Rudolfinae Astronomia Nova Somnium Nova stereometria doliorum vinariorum Von den gesicherten Grundlagen der Astrologie Falls den Schülerinnen und Schülern der Text vorliegt, kann das folgende Schema gemeinsam erarbeitet werden. Ansonsten trägt die Lehrkraft den Aufbau des Textes vor (Tab. 1). Tab. 1: Erzählstruktur Quellenfiktion Einleitung Hauptteil Schluss Realität Kepler erwirbt 1608 auf der Frankfurter Buchmesse ein Werk über die böhmische Zauberin Libussa. Kepler erwacht abrupt vom prasselnden Regen. Traum Er träumt, dass in diesem Buch die Hexe Fiolxhilde einen Geist beschwört. Kern der Erzählung Der Geist erzählt von der Reise zum Mond Das Diagramm (Tab. 1) macht deutlich, dass es sich bei dem Werk "Somnium" um einen fiktionalen Text handelt, der in drei Ebenen aufgebaut ist. Die oberste Ebene spielt in der Realität und kann als autobiographische Notiz Keplers begriffen werden. Die mittlere Ebene mit Schlaf und Traum stellt die Verbindung von der Realität zur Welt des Mythos her: Als Hexen galten reale Menschen, denen man irreale Eigenschaften wie die Macht über Geister und Dämonen andichtete. Die dritte und unterste Ebene schließlich stellt den eigentlichen Kern der Erzählung dar. Kepler erzählt aber nicht selbst, sondern lässt im Traum einen Geist sprechen, der aus seinem übernatürlichen Wissen heraus die Reise zum Mond und die dortigen Gegebenheiten beschreibt. Durch diesen Kunstgriff muss Kepler seine Aussagen nicht wissenschaftlich belegen, sondern bewegt sich im Raum künstlerischer Freiheit. Lehrpersonen können sich mit der hier angebotenen deutschen Übersetzung einen Eindruck vom Gesamtwerk verschaffen (Umfang etwa neun "Schreibmaschinenseiten"): Die Schülerinnen und Schüler füllen gemeinsam einen Lückentext aus. Während die Lösungen für die ersten Lücken noch vom Arbeitsblatt selbst abgelesen werden können, müssen die weiteren Lücken durch das individuell erworbene Wissen gefüllt werden: "Johannes Kepler lebte von _ 1571 _ bis _ 1630 _. Er war unter anderem _ Mathematiker _ und _ Astronom _, aber er interessierte sich auch für _ Astrologie _. In einem seiner Werke beschreibt er einen _ Traum _. Darin geht es um eine Reise zum _ Mond _. Wegen der Darstellung als unwirkliche Einflüsterung eines Geistes ist dieser 18 Seiten lange Text kein wissenschaftliches Werk, sondern _ eine phantastische Erzählung _." Motivation Auf der Webseite Schulbilder.org gibt es mehrere Ausmalbilder von Astronauten. Ein Beispiel können Sie unter dem folgenden Link herunterladen. Diese Grafik oder andere, realistischere Abbildungen von Astronauten führen zu der Frage: "Seit wann denken Menschen daran, zum Mond zu reisen?" Schulbilder.org: Astronaut Sie können eine Abbildung mit dem Download-Knopf unter der Grafik herunterladen. Beachten Sie die “Image Information” unter der Abbildung und die „Terms of Use“. Problematisierung Zu Keplers Zeit gab es natürlich noch keine reale Möglichkeit, zum Mond zu reisen. Aber er lässt in seinem "Traum" einen Geist eine solche Reise beschreiben. Zunächst raten die Schülerinnen und Schüler, was für Menschen man zu Keplers Zeit (17. Jahrhundert) wohl für geeignet hielt, eine solche Reise anzutreten. Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Textausschnitt aus Keplers "Traum" als Datei. Darin sollen sie mit verschiedenen Farben Antworten auf folgende Fragen markieren (eventuell Tafelanschrift oder Overhead-Folie): 1. Wie weit ist das Ziel der Reise, der Mond (=Insel Levania) entfernt? 2. Welche Forderungen stellt Kepler an die körperliche Kondition der Reisenden? 3. Wie ist der Reiseproviant (die Nahrung) der Mondfahrer beschaffen? 4. Welche Erfahrungen sollten die Reisenden mitbringen? 5. Warum erscheinen die Spanier als besonders geeignet für eine solche Fahrt? In einem zweiten Schritt recherchieren die Lernenden im Internet die Anforderungen an heutige Astronauten und setzen diese in Beziehung zu den Vorstellungen Keplers. Die Schülerinnen und Schüler tragen ihre Rechercheergebnisse in die Tabelle der vorbereiteten Datei ein und drucken anschließend dieses Arbeitsblatt als Ergebnissicherung aus. Ein kleiner Multiple-Choice-Test (2_keplers_traum_test.zip) dient der Wiederholung und Sicherung der in der Stunde erarbeiteten Inhalte. Motivation Eine allegorische Abbildung des Mondes (3_keplers_traum_AB_mondgeographie.pdf, Seite 1) aus dem mittelalterlichen Hausbuch von Schloss Wolfegg, entstanden im Zeitraum von 1470-1490, dient als motivierender Einstieg. Die Abbildung des Mondes in der allegorischen Darstellung soll zu der Frage führen, wie man sich im ausgehenden Mittelalter die Beschaffenheit des Mondes vorgestellt hat: Er ist rund, zeigt Phasen und seine Oberfläche kann als Gesicht gedeutet werden. Dazu kann ein Auszug aus der dazugehörigen Beschreibung kurz besprochen werden (3_keplers_traum_AB_mondgeographie.pdf, Seite 2). Die Abbildung und der Textauszug werden auf eine Overhead-Folie kopiert, im Klassenzimmer projiziert und besprochen. Alternativ können Bild und Text im Internet aufgesucht werden. Zum besseren Verständnis sollte der Text von der Lehrkraft vorgelesen werden. Da sich die zeitgenössische, noch nicht normierte Rechtschreibung an der Aussprache orientiert, erleichtert das Hören das Verstehen des Textes. Hausbuch (Schloss Wolfegg) Wikipedia-Beitrag Planeten und Planetenkinder - Abbildung der Handschrift Text bei Wikisource allegorische Abbildung des Mondes von Schloss Wolfegg Grafik bei Wikisource Problematisierung In einer allegorischen Darstellung geht es nicht um realistische Wiedergabe, sondern um die Deutung eines Phänomens. Zu welchen Aussagen über den Mond könnte Kepler im Jahr 1609 kommen? Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Auszug aus Keplers "Traum" (3_keplers_traum_AB_mondgeographie.pdf, Seite 3 und folgende). In dem kurzen Abschnitt sind viele unbekannte Begriffe enthalten, die sie mithilfe der beigefügten Anmerkungen erklären sollen. Ziel ist, durch die eigenständige Formulierung treffender Definitionen das Verstehen zu fördern. Die Lernenden erhalten ein Arbeitsblatt mit einer Abbildung aus Keplers Traum (3_keplers_traum_AB_mondgeographie.pdf, Seite 4). Darauf sollen sie die geographischen Fachbegriffe, die sie vorher definiert haben, eintragen. Nicht alle Fachbegriffe kommen dabei zur Verwendung. Hintergrund Schon in der Antike deutete man verschiedene Flecken auf dem Vollmond als "Mondgesicht" (zum Beispiel Plutarch [circa 45-125 n. Chr.]: De facie in orbe lunae). So entstand vermutlich die Annahme, der Mond sei bewohnt und es könnten dort Menschen oder Tiere leben. Auch religiöse Darstellungen griffen auf diese Mythen zurück. Albrecht Dürer stellte die Gottesmutter mit dem Jesuskind auf einer Mondsichel sitzend dar. In den verschiedensten Gattungen (zum Beispiel Märchen, Kinderlied, Operette) werden Mondbewohner unterstellt. So hat auch Johannes Kepler in seinem "Somnium" versucht, Mondbewohner zu beschreiben. Mondgesicht.jpeg Wikipedia: Mögliche Deutungen der Flecken auf dem Mond als Gesicht und andere Formen Dürer-Madonna auf der Mondsichel Wikimedia Commons Medienarchiv Motivation Eine Overhead-Folie (4_keplers_traum_AB_1_lebewesen.pdf) mit verschiedenen Abbildungen vom Mond, die eine Bewohnbarkeit oder Lebendigkeit des Mondes unterstellen, wird im Klassenzimmer projiziert und kurz besprochen. Problematisierung Während man heute weiß, dass der Mond eine lebensfeindliche, unbewohnbare Umgebung ist, machte sich Kepler in gewisser Weise logische Gedanken über mögliche Mondbewohner. Deren Merkmale sollen anhand eines Textauszugs aus Keplers "Somnium" herausgearbeitet werden (4_keplers_traum_AB_2_lebewesen.pdf). "Steckbrief" eines Mondbewohners Die Schülerinnen und Schüler bekommen einen Textauszug aus Keplers "Somnium" und erstellen mit den darin enthaltenen Angaben einen "Steckbrief" eines Mondbewohners. Definition und Beispiele für Steckbriefe gibt es zum Beispiel bei Wikipedia. Eine Vorlage ist auch im Arbeitsblatt "4_keplers_traum_AB_1_lebewesen.pdf" zu finden (Seite 4 und folgende). Steckbrief Wikipedia-Beitrag Das Märchen vom Mann im Mond Wenn noch Zeit bleibt, können folgende Materialien herangezogen werden: Ludwig Bechsteins "Märchen vom Mann im Mond", ist eigentlich eine Sage, die die Mondflecken in Gestalt eines Holz tragenden Männchens im Vollmond erklärt. Dies sollte als "wahrer Kern" der Geschichte erkannt werden. In der Datei "4_keplers_traum_AB_1_lebewesen" ist der Text in zwei Druckversionen enthalten: Einmal in der Frakturschrift der Bechsteinausgabe von 1847 und einmal in moderner Schrift. Auch auf die Operette "Frau Luna" von Paul Lincke sei hingewiesen. Die Handlung dieses Musikstücks erhebt keinerlei wissenschaftlichen Anspruch, geht aber selbstverständlich von der Existenz von Mondbewohnern aus. Wikipedia: Mondgesicht.jpeg Mögliche Deutungen der "Flecken" auf dem Mond als Gesicht oder andere Formen Bechstein, Ludwig Gesammelte Werke, herausgegeben von Bernhard Fabian und anderen, Hildesheim 2003. Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1845, Seite 117; im Internet bei Google books Günther, Ludwig Keplers Traum vom Mond. Leipzig 1898, Seite 19-21 Hintergrund Träume scheinen schon immer einen Bezug der Menschen zum Himmel und dessen Gestirnen hergestellt zu haben. So gibt es bereits in der Bibel mehrere Textbelege dafür, dass die Beobachtung des Himmels Einfluss auf das irdische Leben nehmen kann. Erwähnt sei zum Beispiel der Traum Josefs, dass sich Sonne, Mond und elf Sterne vor ihm verneigen (Gen 37,9). Noch bekannter ist Jakobs Traum von der Himmelsleiter (Gen 28,10-19). Motivation Für den Einstig kann eine Abbildung des Traums Jakobs von der Himmelsleiter verwendet werden (5_keplers_traum_AB_1_jakobs_traum.pdf). Weitere Abbildungen und Erklärungen finden Sie auf der folgenden Webseite: Allegorieseminar Wiki: Leitern und Stufen E-Learning-Baukasten der ETH und Universität Zürich Problematisierung Es gibt mehrere literarische Beispiele, in denen Menschen vom Himmel beziehungsweise von Gestirnen träumen. Jedoch sind für das richtige Textverständnis jeweils die Art des Textes, seine Entstehung und seine Aussageabsicht zu berücksichtigen. Die Lernenden vergleichen den biblischen Texte mit Keplers "Somnium" (5_keplers_traum_AB_2_jakobs_traum.pdf). Dabei sind Vorkenntnisse aus dem Religionsunterricht (in Bayern der 5./6. Jahrgangsstufe) und der zuvor skizzierten vorhergehenden Unterrichtsstunden hilfreich und notwendig. Biblische und wissenschaftliche Träume Im abschließenden Unterrichtsgespräch kann ein Tafelbild mit dem Titel "Biblische und wissenschaftliche Träume" (Tab. 2) entwickelt werden. Tab. 2: Mögliches Tafelbild Jakobs Traum von der Himmelsleiter (Gen 28,10-19) Johannes Keplers Traum oder die Astronomie des Mondes Autor mit religiöser Absicht: Erbauung der Leser Autor mit wissenschaftlicher Absicht: Unterrichtung beziehungsweise Erkenntnis Traum als Medium übernatürlicher Offenbarung Traum als Kunstgriff, reine Spekulation wissenschaftlich zu verkleiden Bildhafte Sprache: Leiter als Symbol der Verbindung Sachliche Sprache: Astronomische und geographische Fachbegriffe, Daten und Fakten Wirkung ist die Bestärkung im Glauben, dass Gott den Menschen nicht im Stich lässt. Wirkung ist die Faszination von nicht überprüfbaren, aber wahrscheinlichen Hypothesen (Science Fiktion). In ähnlicher Weise lässt sich auch Jean Pauls "Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei" im Unterricht aufarbeiten. Auch dieser Text ist stark religiös motiviert. Er beschreibt den Weltuntergang, der sich jedoch am Ende als böser Traum herausstellt. Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei Spiegel Online, Projekt Gutenberg-DE Hintergrund In vielen antiken Mythen werden Himmel und Gestirne nicht nur als von göttlichen Lebewesen bevölkert, sondern selbst als Körper von Göttern gesehen. Erst durch den Schöpfungsglauben der Bibel fand eine radikale Entmythologisierung statt, in der streng zwischen dem einen Schöpfergott und der Welt als dessen Geschöpf unterschieden wurde. Während also in der biblisch-christlichen Kultur die Welt als Sache betrachtet wurde, sind Vorstellungen von der Belebtheit des Himmels aus heidnischen, vor- und außerchristlichen Mythen in Teilen erhalten geblieben. Der so genannte Unicode-Zeichensatz von Computerschriften enthält auch Planetensymbole (6_keplers_traum_planetensymbole.rtf). Diese Symbole werden - zunächst ohne Erklärung! - im Klassenzimmer projiziert. Eine entsprechende Kopiervorlage für eine Overhead-Folie enthält das Arbeitsblatt (6_keplers_traum_AB_weltbilder.pdf, Seite 1). Dazu werden folgende Fragen gestellt: Wer kennt diese Symbole und weiß, was sie bedeuten? Warum wurden für die Planeten Namen römischer Götter verwendet? (Man sah sie als Manifestationen göttlicher Mächte an.) Problematisierung Bei der Entwicklung von der Vorstellung eines belebten Himmels zu einem unbelebten Kosmos spielte die Religion der Menschen eine bedeutende Rolle. Anhand einiger exemplarischer Texte sollen wesentliche Stationen dieser Entwicklung nachgezeichnet werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten das Textblatt (Seite 4 des Arbeitsblatts). Sie sollen die Texte genau studieren und folgende, an der Tafel notierte Begriffe den Texten zuordnen (siehe Kasten). Als Lernzielsicherung wird Seite 3 des Arbeitsblatts gemeinsam ausgefüllt (Lösungsvorschlag Seite 5). Dabei sollen auch die bildlichen Darstellungen erklärt werden. Wenn noch Zeit bleibt, kann die Abbildung des Schöpfungsbildes aus der Lutherbibel betrachtet und besprochen werden.

  • Physik / Astronomie
  • Sekundarstufe I
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